wirGeschichte

Hört man von der Deutschen Einheit, denken die meisten zunächst an den politischen Zusammenschluss der beiden deutschen Staaten. Doch die Deutsche Einheit war und ist viel mehr als das: Sie bedeutete für viele Menschen fundamentale Veränderungen in vielen Lebensbereichen.

Ob in der Familie, am Arbeitsplatz oder im Kiez, ob in in der Mode, beim Einkaufen oder in der Sprache. Das Leben der Berliner*innen hat sich durch die Umbrüche 1989 und ´90 komplett verändert – in Ost- aber auch in West-Berlin.

In manchen Bereichen mag die Annäherung zwischen Ost und West unkompliziert vonstatten gegangen sein, in anderen war sie schmerzvoll und teilweise sind die Unterschiede immer noch zu spüren. Wir, berlinHistory e.V., wollen mit unserem Projekt “wirGeschichte – Deutsch-Deutsche Perspektiven” die Umwälzungen, Prozesse und Veränderungen in unserer App sichtbar machen und fragen Euch:

Was hat sich für Dich durch die Deutsche Einheit verändert?

Teile Deine Erinnerungen und Erfahrungen mit uns und anderen Berliner*innen.
Schick uns Deine Fotos von damals, schreib deine Erinnerungen auf, erzähl in einem Video davon oder drück sie künstlerisch aus.

Du hast die Deutsche Einheit selber nicht miterlebt? Dann frag Deine Eltern, Großeltern, Bekannten und führe ein Interview mit ihnen.

Du weißt nicht genau, wovon Du berichten sollst? Lass Dich von den 13 Themenbereichen inspirieren:

Nach der deutschen Wiedervereinigung lösten sich die ostdeutschen Betriebe teilweise auf, zum Teil wurden sie von der Treuhandanstalt in kleinere Betriebe zergliedert und privatisiert. Infolgedessen gingen Millionen von Jobs verloren. Im Gegenzug wurden durch Unternehmensgründungen auch neue Arbeitsplätze geschaffen. Einige Erwerbstätige aus den neuen Ländern gingen in den Westen, andere waren zeitweise arbeitslos und wieder andere machten sich selbständig.

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Strukturelle und institutionelle Veränderungen waren die eine Seite, die zwischenmenschliche Beziehungen, die andere Seite der Medaille: Im Betrieb, mit den Nachbar*innen, unter Freunden oder natürlich die eigenen Familienmitglieder. So fanden die Umwälzungen also auch in den eigenen vier Wänden statt und anstelle von Postkarten, trudelten nun auf einmal Tanten und Onkel aus dem anderen Teil Deutschlands ein. Im Idealfall wuchsen Familie zusammen, manchmal bedeutete das aber auch das Ende vormals gepflegter Beziehungen.

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Für Ostberliner*innen kam mit der Deutsche Einheit auch eine neue Währung. Damit einhergehend veränderten sich die Preise: Teurer Lebensmittel und höhere Mieten, dafür günstigere Konsumgüter. Dutzende Geldtransporter fuhren durch Ostberlin, um die DDR-Banken mit der D-Mark zu versorgen und auf dem Weg zur Währungsunion gab es ein lang anhaltendes Ringen um die Wechselkurse zwischen Mark und D-Mark.

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Nach dem Mauerfall kamen Kulturen und Menschen zusammen, die von zwei unterschiedlichen Systemen geprägt waren. Ob Techno, Streetart, Theater oder Oper – verschiedene Szenen und Lebensstile vermischten sich und die unterschiedlichen kulturellen Milieus entwickelten gemeinsames etwas Neues.

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Fand im Westen Freizeit und Sport weitestgehend im Verein statt, waren diese Aktivitäten in der DDR meist  staatlich organisiert. Die sportliche Förderung begann bereits in den Kindergärten und Schulen und bezweckte neben einer umfassenden “Volksgesundheit” auch die Talentförderung für den Hochleistungssport. DDR-Athlet*innen aus dem “Sportwunderland” erzielten  hohes internationales Ansehen, zumindest bis das systematische, staatlich verordnete Doping entlarvt wurde.

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Hier geht es uns an die Wäsche. Welche Kleidung wir getragen haben, war nicht nur Ausdruck des individuellen Geschmacks, sondern wurde von deren Verfügbarkeit ebenso wie kulturellen Umfeld geprägt. Kleidung als Ausdruck der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe, Statussymbol oder als Uniform auch mögliches Abbild der politischen Überzeugung - Klamotten verraten oft mehr als den modischen Geschmack des Gegenübers.

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Die Deutsche Einheit veränderte das Berliner Stadtbild an manchen Orten radikal, besonders im Umfeld der einstigen Mauer. Jahrzehntelang voneinander getrennt, war der Zugang zu alten und neuen Kiezen nun wieder möglich, wurden Bezirke miteinander vereinigt. Zwischen Nachkriegsmoderne und Arbeiterpalästen begann ein Prozess, der die Stadt wieder zusammenwachsen ließ und selbst 30 Jahre nach der Wiedervereinigung mancherorts noch nicht abgeschlossen ist.

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Durch die Teilung Berlins, entstanden zwei Grundversorgungs- und Infrastruktursysteme, die weitestgehend autark funktionierten: Zwei Postsysteme, zwei Gasanbieter, zwei ÖPNV-Netze, zwei Stadtbibliotheken und zwei Gesundheitssysteme entstanden, nur eine gemeinsame Kanalisation teilte sich die Stadt. Die Wiedervereinigung der Infrastruktur bedeutete für Berlin also einen enormen Kraftakt.

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Supermarkt oder Kaufhalle, Kaskkadeur oder Stuntman, Broiler oder Brathähnchen?
In den Jahren der Teilung entwickelte sich auch die Sprache auseinander. Das durchzog den Alltag mit verschiedenen Lesarten der Uhrzeit und gipfelte in zum Teil skurrilen Wortneuschöpfungen. Die Eingliederung der ostdeutschen Bundesländer hatte schließlich zur Folge, dass  oftmals die westdeutschen Bezeichnungen übernommen wurden.

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"Was haben eine Konsumverkäuferin und ein Kosmonaut gemeinsam? - Beide kennen den leeren Raum." Über diesen und andere Witze lachte die DDR. Oft nur hinter verschlossenen Fenster und Türen. Denn Witze über Staat und Staatsmänner zu erzählen, war nicht ungefährlich. 1977 startete der Bundesnachrichtendienst (BND) die Geheimoperation “DDR-Witz” durch die der Humor im Arbeiter- und Bauernstaat systematisch erfasst und analysiert werden sollte, streng konspirativ.

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Unter dem Motto “Deutschland halts Maul” wurde am 3. Oktober gegen die Art und Weise der Wiedervereinigung demonstriert, denn dass der “real existierende Sozialismus” schlichtweg im “real existierenden Kapitalismus” aufgehen sollte, war nicht das ursprüngliche Ziel einiger gewesen.

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Freudentaumel am 9. November, rauschende Feste auf dem Kudamm, Überraschungsbesuche der Ostverwandschaft, die in mehrtägigen Bettenlagern und Festessen mündeten. Euphorie, die sich jedoch bald auch mit Zukunftsängsten vermischte, weil die soziale und wirtschaftliche Absicherung plötzlich nicht mehr garantiert war und die Vorstellungen, die man sich vom Leben in der BRD gemacht hatte, nicht unbedingt mit der Realität übereinstimmten.

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Alle Materialien kannst du problemlos auf unserer Webseite hochladen und auf der Karte verorten. Nach redaktioneller Prüfung werden wir sie dann in der berlinHistory App veröffentlichen, wo sie dauerhaft erhalten bleiben.

Nähere Infos zum Projekt und wie Du Dich beteiligen kannst, sowie das Uploadtool folgen in Kürze.

Noch Fragen? Dann sende uns eine E-Mail an: wirgeschichte@berlinhistory.app